In Italien hat sich die Wirtschaft im vergangenen Jahr deutlich erholt. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes dürfte bei rund 1.7% gelegen haben. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Privatkonsum, während bei den Investitionen doch eine deutliche Abschwächung zu beobachten war. Die Verbraucherpreise dürften 2006 wie im Vorjahr um rund 2% gestiegen sein. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen. Mit geschätzten 7.8% erreichte sie 2006 den tiefsten Stand seit vielen Jahren. Der politische Reformwille lässt zudem hoffen, dass sich der italienische Staatshaushalt positiv stabilisiert, was der wirtschaftlichen Entwicklung mittelfristig einen eigentlichen Wachstumsschub verleihen könnte. Gleichzeitig ist aber festzuhalten, dass die Diskrepanzen zwischen dem wirtschaftlich starken Norden und dem weiterhin eher schwach entwickelten Süden des Landes anhalten dürften, was wir für unsere strategischen Überlegungen als wesentlich einstufen.
Deutliche Wachstumsabschwächung auf dem Versicherungsmarkt
Ungeachtet der skizzierten gesamtwirtschaftlichen Erholung waren auf dem italienischen Versicherungsmarkt im vergangenen Jahr rückläufige Wachstumsraten zu verzeichnen. Dies gilt vor allem für die Lebensparte, wo die Neuabschlüsse in den ersten neun Monaten gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um rund 9% gesunken sind, während die Prämien im selben Zeitraum um rund 4% zurückgingen. Dabei blieb der Bankkanal – was den Vertrieb von Lebenprodukten betrifft – zwar weiterhin klar führend, büsste aber gegenüber dem Agentenkanal etwas an Bedeutung ein. Interessant ist, dass marktweit immer noch rund 94% des Prämientotals im Lebengeschäft auf Policen mit Einmaleinlagen entfallen. Auch im Nicht-Lebengeschäft war im vergangenen Jahr eine Abschwächung des Wachstums auf unter 2% zu verzeichnen. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den anhaltend harten Preiskampf in der mit Abstand wichtigsten Sparte, dem Autohaftpflichtgeschäft.
Mit dem Inkrafttreten des neuen Privatversicherungsgesetzes sowie der Einführung des neuen Direktentschädigungssystems per 1.2.2007 soll das Vertrauen der Konsumenten und Anleger in die Versicherungswirtschaft weiter gestärkt und die Qualität der Dienstleistung kontinuierlich verbessert werden.